Alter Märkischer Spruch
Wiese, Wasser, Sand,
das ist das Märkers Land.
Und die grüne Heide,
das ist seine Freude.
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| Heute jährt sich zum 650. Mal die erste urkundliche Erwähnung Birkenwerders. Das ist ein stolzes Alter. |
| Letzte Ausgrabungen in unserer Gemarkung lassen aber darauf schließen, dass die Besiedelung weitaus früher
erfolgte. |
Mit diesem Alter sind wir fast gleich mit den uns umgebenden Städten wie Kremmen, Liebenwalde, Gransee, Nauen
und Berlin, um einige zu nennen.
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Für mich stellt sich die Frage, wo sind unsere Ursprünge, wo kommen wir her, welche Werte sind in uns, in
Brandenburg entstanden.
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| Im 11. und 12. Jahrhundert drängten deutsche Fürsten über die Elbe in das von Slawen bewohnte Gebiet zwischen
das nördliche Thorn Eberswalde Urstromtal und das südliche Urstromtal vor, umgeben von viel Wasser und Sumpf
erstreckten sich Sandhügel, Endmoränen, Kiefernwälder. |
| Mit der Eroberung der östlichen Gebiete begann in großem Umfang die Einwanderung von deutschen, belgischen
und holländischen Siedlern, die slawische Bevölkerung wurde assimiliert. |
Gleichzeitig wurden handelspolitische Interessen gefestigt, die Ostwest und Nordsüd-Verbindung verbesserte sich.
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| Jetzt, in der Mitte zwischen Ost und West wurden viele Machtkämpfe um das Gebiet geführt. |
| Zwischen Elbe und Oder wechselte oft die Herrschaft, mal war Brandenburg dem deutschen Kaiser lehnspflichtig,
aber auch dem polnischen König. |
| Zu diesem Zeitpunkt gehen auch viele polnische Siedler auf das brandenburgische Gebiet. |
| In deutschen Landen wird um die geistliche und weltliche Hoheit gestritten. Die Armen und leibeigenen Bauern
formieren sich zum Widerstand gegen die bestehenden Verhältnisse. |
| Die Auseinandersetzung innerhalb der katholischen Kirche, das Aufbegehren gegen starre Strukturen und die
Abkehr von bestimmten Auswüchsen führten in Europa zu umfangreichen Reformversuchen, letztendlich zur Trennung
der Protestanten von der katholischen Kirche. |
| Ganz Europa befindet sich im Umbruch, Krieg und Verfolgung Andersdenkender war an der Tagesordnung und führte
zu einem tiefen Eingriff in Europa. |
Der 30jährige Glaubenskrieg brach aus, er wurde mit großer Verbitterung geführt.
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| Die Religion diente in diesem Krieg zur Identifikation der politischen Ziele und wurde benutzt, um moralische
Werte und damit ideologische Ansprüche geltend zu machen. |
| Brandenburg hatte am meisten unter diesem verheerenden Krieg zu leiden. Durchziehende Truppen, Dänen,
Schweden, Polen, Kosaken, Sachsen und Kaiserliche Soldaten plünderten das Land aus. |
| In Brandenburg war jeder zweite tot oder verschollen. |
| Der Krieg hinterließ riesige Wunden, große Gebiete waren verwüstet und entvölkert. Kleine Orte wie
Birkenwerder bestanden nur noch aus wenigen Höfen. Der Westfälische Frieden von 1848 beendete den Krieg und
brachte einen revidierten Religionsfrieden. |
| Ein Vertrag auch mit Folgen für die spätere Reichsverfassung. |
| 1675 fielen die Schweden erneut in Brandenburg ein. Der Krieg ging weiter. Diesmal waren aber die
Brandenburger besser gerüstet. |
Bei Fehrbellin schlug der Große Kurfürst (Friedrich Wilhelm der 1.) die Schweden entscheidend und festigte
damit seine Herrschaft und legte den Grundstein für das spätere Preußen.
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| Aber die chronische Unterbesiedelung blieb. Als Calvinist und selbst Vorbild an religiöser Toleranz zeigte
der Große Kurfürst Weitblick und öffnete das Land. |
| Eine weitere große Einwanderungswelle erreichte Brandenburg. |
Bis zu 20 000 vertriebene Hugenotten wurden hier aufgenommen.
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| Weitere Glaubensflüchtlinge kamen aus dem Salzburger Land, aus der Schweiz und der Pfalz, die Flüchtlinge
sind loyal, ehrlich und zuverlässig und zwingen ihre brandenburgischen Nachbarn zu einer wesentlichen Tugend,
Toleranz. |
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Brandenburg war Asylland. |
| Diese Ziele verfolgte auch Friedrich der Große. |
| Um weiteren Landausbau zu fördern, wie im Oderbruch oder Rhinluch holte er bei Gewährung völliger
Glaubensfreiheit weitere Siedler ins Land. |
| Polen für die Landwirtschaft, Holländer für den Wasserbau, Schweizer für die Viehwirtschaft, Glasbläser aus
Böhmen siedelten sich an. |
| Nach den Worten Friedrich des Großen sollte jeder nach seiner Fasson selig werden. Auf dieser Grundlage und
der zwingenden Notwendigkeit der Staatsräson bildeten sich die preußischen Tugenden heraus. |
| Disziplin, Fleiß, Ordnung, Pflichtbewusstsein, Ehrlichkeit, Ehre, Treue und Toleranz. |
| Die nachfolgenden Könige blieben bei dieser Linie. |
| Die Leibeigenschaft wurde abgeschafft. |
Die Landwirtschaft wurde umgebaut, Bauern bekamen eigenes Land. Diese Agrarreformen brauchten sehr lange zur
Umsetzung.
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| Die Verkündung der Gewerbefreiheit schaffte sehr zeitig die Voraussetzungen für die Industrialisierung der
Mark. |
| In diese Zeit fällt die Besetzung der deutschen Länder durch Napoleons Truppen, die weiter gen Moskau
marschieren. |
| Die Bevölkerung formiert sich gegen die Franzosen, der preußische Staat stellt sich in Folge offen gegen die
Besatzer, die Befreiungskriege gegen Napoleon sind siegreich und vertreiben die Truppen. |
| Aus diesen Auseinandersetzungen geht ein gestärktes Bürgertum Preußens hervor, die Grundlagen für die spätere
Einigung des Reiches unter Bismarck sind geschaffen. |
An dieser Stelle möchte ich mit dem Rückblick enden, über unsere Geschichte könnte man lange erzählen.
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| Was will ich damit sagen. Wie war die Eingangsfrage, wo kommen wir her, welche Werte sind in uns. |
| Wir, die Birkenwerderaner, Brandenburger, haben unsere Wurzeln aus den Menschen, die zu uns gekommen sind. |
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Aus vielen Ländern. |
| Ich denke, das ist eine sehr gute Mischung. Unsere Grundwerte sind hart und zäh erarbeitet und haben Bestand,
wir, die Bürger von Birkenwerder, sind stolz auf unsere Vergangenheit und wir lieben unser Land. Wir sind
hier in der Mitte angesiedelt und das ist das Zentrum Europas. |
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